Die regelmäßige Hauptuntersuchung (HU), oft umgangssprachlich als “TÜV” bezeichnet, ist für jedes Fahrzeug in DE gesetzlich vorgeschrieben. Sie dient der Sicherstellung der Verkehrssicherheit und der Umweltverträglichkeit von Kraftfahrzeugen. Viele Fahrzeughalter fragen sich, worauf die Prüfer bei dieser wichtigen Untersuchung besonders achten und welche Bereiche des Fahrzeugs einer genauen Kontrolle unterzogen werden. Es geht darum, potenzielle Risiken frühzeitig zu erkennen und zu beheben, um Unfälle zu vermeiden und die Umwelt zu schützen. Die HU ist somit ein essenzieller Bestandteil der präventiven Verkehrssicherheitsarbeit.

Overview
- Die Hauptuntersuchung konzentriert sich auf die Verkehrssicherheit und Umweltverträglichkeit von Fahrzeugen.
- Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Zustand der Bremsanlage, einschließlich Belägen, Scheiben und Leitungen.
- Die Funktionalität der gesamten Beleuchtungsanlage, von Scheinwerfern bis zu Bremslichtern, wird detailliert geprüft.
- Fahrwerk, Lenkung und Reifen sind kritische Punkte, bei denen auf Verschleiß, Spiel und Beschädigungen geachtet wird.
- Die Abgasuntersuchung (AU) ist ein fester Bestandteil der HU und prüft die Einhaltung der Emissionsgrenzwerte.
- Auch die Karosserie auf Rostschäden an tragenden Teilen sowie die Funktion von Sicherheitsgurten und Airbagsystemen wird kontrolliert.
- Flüssigkeitsstände, Scheibenwischer, Hupe und Scheibenwaschanlage gehören ebenfalls zum Prüfumfang der Hauptuntersuchung.
Bremsen, Lenkung und Fahrwerk: Das Fundament der Sicherheit bei der Hauptuntersuchung
Die Bremsanlage ist das Herzstück der aktiven Sicherheit eines Fahrzeugs. Bei der Hauptuntersuchung wird sie daher mit größter Sorgfalt geprüft. Dies beginnt mit einer Sichtprüfung der Bremsbeläge und Bremsscheiben auf ausreichende Stärke und mögliche Risse oder Riefen. Anschließend erfolgt die Funktionsprüfung auf einem Bremsenprüfstand, bei der die Bremskraft und die Gleichmäßigkeit der Wirkung an Vorder- und Hinterachse sowie bei der Feststellbremse bewertet werden. Wichtig ist auch die Dichtheit des Bremssystems und der Zustand der Bremsleitungen und Bremsschläuche auf Korrosion oder Beschädigung.
Ebenso entscheidend ist die Lenkung. Prüfer achten auf übermäßiges Spiel im Lenkrad sowie auf den Zustand aller Komponenten der Lenkanlage, wie Spurstangen, Kugelgelenke und Lenkgetriebe. Zu viel Spiel kann die Präzision der Fahrzeugführung erheblich beeinträchtigen und stellt ein hohes Sicherheitsrisiko dar.
Das Fahrwerk – bestehend aus Stoßdämpfern, Federn, Radlagern und Achsaufhängung – wird ebenfalls akribisch geprüft. Hier wird auf Dichtheit der Stoßdämpfer, Bruch der Federn, übermäßiges Spiel in den Gelenken und Radlagern sowie auf Beschädigungen oder Verformungen der Achsteile geachtet. Rost an tragenden Teilen des Fahrwerks ist ein häufiger Mangel, der die Stabilität des Fahrzeugs stark gefährden kann. Auch die Reifen sind hierbei relevant: Profiltiefe (mindestens 1,6 mm, aber Prüfer empfehlen mehr), Beschädigungen an der Seitenwand und das korrekte Alter sind wichtige Prüfkriterien.
Beleuchtung, Sicht und elektrische Anlagen: Klare Sicht und Funktionstüchtigkeit prüfen
Eine einwandfreie Funktion der Beleuchtungsanlage ist für die Sicherheit im Straßenverkehr unerlässlich. Bei der Hauptuntersuchung werden sämtliche Leuchten des Fahrzeugs auf Funktion und korrekte Einstellung geprüft: Abblendlicht, Fernlicht, Standlicht, Bremslicht, Rückfahrscheinwerfer, Blinker, Warnblinkanlage, Nebelscheinwerfer und Nebelschlussleuchte. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei der Scheinwerfereinstellung, da falsch eingestellte Scheinwerfer entgegenkommende Fahrer blenden oder die Fahrbahn nicht ausreichend ausleuchten können. Auch der Zustand der Lichtscheiben auf Risse oder starke Trübung wird beurteilt.
Die Sichtverhältnisse sind ebenfalls von großer Bedeutung. Hierbei werden die Windschutzscheibe auf Risse oder Steinschläge im Sichtfeld, die Scheibenwischer auf ihre Wischleistung und die Scheibenwaschanlage auf Funktion überprüft. Defekte oder abgenutzte Wischerblätter können bei Regen die Sicht drastisch verschlechtern.
Die elektrischen Anlagen des Fahrzeugs werden im Rahmen der Hauptuntersuchung ebenfalls kontrolliert. Dies umfasst die Funktion der Hupe, der Heizung und Lüftung sowie die Funktionsfähigkeit der Warnleuchten im Armaturenbrett. Eine besondere Rolle spielen die Sicherheitsgurte: Sie müssen intakt sein, sich ordnungsgemäß aufrollen und die Gurtschlösser müssen einwandfrei funktionieren. Auch das Vorhandensein und die Funktion von Airbag-Systemen werden über die Kontrolle der entsprechenden Warnleuchten im Armaturenbrett überprüft.
Umweltrelevante Aspekte: Abgaswerte und Geräuschentwicklung im Fokus der Hauptuntersuchung
Die Umweltverträglichkeit eines Fahrzeugs ist ein fester Bestandteil der Hauptuntersuchung. Die Abgasuntersuchung (AU) wird entweder als eigenständiger Teil vor oder im Rahmen der HU durchgeführt. Hierbei werden die Emissionswerte des Fahrzeugs gemessen, um sicherzustellen, dass die gesetzlichen Grenzwerte eingehalten werden. Dies betrifft insbesondere den Ausstoß von Kohlenmonoxid (CO), Kohlenwasserstoffen (HC) und Stickoxiden (NOx) bei Ottomotoren sowie Rußpartikeln bei Dieselmotoren.
Der Prüfer achtet auf die Funktionstüchtigkeit des Katalysators, des Lambda-Sonden-Systems und des Partikelfilters (bei Dieselfahrzeugen). Undichtigkeiten im Abgassystem oder Manipulationen, die zu erhöhten Emissionen führen könnten, werden bemängelt. Auch die Lambdasonde spielt eine wichtige Rolle bei der Gemischaufbereitung und somit bei der Abgasreinigung.
Darüber hinaus wird die Geräuschentwicklung des Fahrzeugs überprüft. Ein defekter Auspuff oder undichte Stellen im Abgassystem können zu einer erhöhten Lärmbelästigung führen und werden beanstandet. Der Auspuff muss zudem sicher befestigt sein und darf keine Beschädigungen aufweisen, die die Abgase unkontrolliert austreten lassen könnten.
Karosserie, Rahmen und weitere Sicherheitseinrichtungen bei der Hauptuntersuchung
Die strukturelle Integrität der Karosserie und des Rahmens ist entscheidend für die passive Sicherheit und die gesamte Stabilität des Fahrzeugs. Bei der Hauptuntersuchung wird die Karosserie gründlich auf Rostschäden, insbesondere an tragenden Teilen wie Schweller, Längsträger, Dome und Radläufe, untersucht. Durchrostungen können die Festigkeit des Fahrzeugs erheblich beeinträchtigen und im Falle eines Unfalls fatale Folgen haben. Auch Unfallschäden, die nicht fachgerecht repariert wurden, können bemängelt werden.
Weitere wichtige Sicherheitseinrichtungen, die überprüft werden, umfassen die Sicherheitsgurte auf ihre Funktionstüchtigkeit und eventuelle Beschädigungen sowie das Vorhandensein eines Verbandkastens, Warndreiecks und einer Warnweste. Diese müssen den gesetzlichen Vorschriften entsprechen und leicht zugänglich sein.
Die korrekte Befestigung des Motors, Getriebes und der Batterie sowie der Zustand von Kraftstoff- und Bremsleitungen werden ebenfalls in Augenschein genommen. Es wird sichergestellt, dass keine Flüssigkeiten wie Öl, Kühlmittel oder Bremsflüssigkeit austreten. Auch die Funktionsfähigkeit der Schlösser, Scharniere und der Motorhaubenverriegelung wird geprüft. Letztlich geht es darum, sicherzustellen, dass das Fahrzeug in allen relevanten Aspekten den gesetzlichen Anforderungen entspricht und eine sichere Teilnahme am Straßenverkehr in DE gewährleisten kann.